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Kaum zu glauben

Heute vor zwei  Jahren, kaum zu glauben aber wahr,  hatte ich meinen ersten Tag ohne Zigaretten.  Ich hatte die Wahl, entweder eine nur noch sehr kurze Lebenszeit oder der Verzicht auf meine heißgeliebten Glimmstengel.  Nach tagelangen Kampf mit meinem inneren Schweinehund, dem Gefühl nun sei alles vorbei, trat ich mich gedanklich in meinen Allerwertesten und nahm den Kampf gegen meine Nikotinsucht auf.  Ich bin ehrlich, ich wäre gerne wieder rückfällig geworden. Nur der Gedanke an die hämischen Gesichter und dem Spruch, „Haben wir doch gewußt, die Bärbel schafft das nicht“,  hat mich durchhalten lassen.  Nur meine Organe haben das nicht verstanden. Sie machten Randale vom Feinsten, schrien nach dem Gift.   Mein damaliger Hausarzt hatte nicht mit meiner Entschlossenheit gerechnet und stand hilflos meinen Herz-und Kreislaufattacken gegenüber.  Alle predigen  „“Sie müssen aufhören mit dem Rauchen“,  keiner kann einem Ratschläge geben oder helfen.  Ich habe jedenfalls alle  meine Sünden  verbüßt.

Auch nach 2 Jahren bin ich im Herzen  noch Raucher.  Wie oft ich aus Versehen nach der vermeintlichen Schachtel greife, wie oft mich die Gier nach  einer Zigarette überkommt, ich kann es nicht zählen. Ich liebe den frischen Rauch, allerdings nur an der frischen Luft.  Durch meine Krankheiten kriege ich in geschlossenen Räumen immer mehr Probleme.

Eins ist gewiss, wenn mein Ende naht werde ich wieder anfangen zu rauchen und ich möchte mit Zigaretten beerdigt werden. „Holzauge sei wachsam“, weiß ich ob es dort, wo ich dann hingehe einen Kiosk oder Zigarettenautomaten gibt.  Nun macht euch keine Gedanken, ich werde alles dafür tun, um nicht wieder zu rauchen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag, fangt nicht an zu rauchen und passt gut auf euch auf.

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Ich habe das Krankenhaus heute auf eigenes Risiko verlassen!!!

Vielen Dank für eure Anteilnahme und guten Wünsche. Sie haben mir Mut und Kraft gegeben!!!

Und nun muss ich meiner Wut, dem Frust, der menschlichen Enttäuschung und vielem mehr Luft machen. Ich kann weder garantieren objektiv zu bleiben noch die chronologische Reihenfolge einzuhalten.
Im Laufe der Jahre verlor ich immer mehr das Vertrauen in die Ärzte, entwickelte gegen Krankenhäuser eine gewisse Phobie. Nun sitze ich hier an meinem Läppi und frage mich, bin ich noch normal oder sollte ich einen Seelenklempner aufsuchen.
Wie ich geschrieben hatte, ging es mir gesundheitlich beständig schlechter. Ich hatte das Gefühl, jemand saugt das Leben aus mir raus. Nachdem in der Chaosbude die Erkältungswelle ausbrach, erwischte es auch mich. Dachte ich… !?
Da sich mein Gesundheitszustand drastisch verschlechterte, brachte mein Mann mich in einem schweißig, fiebrigen Zustand zu meinem neuen Hausarzt. Ihr könnt euch erinnern? Der, der Alles auf das Rauchen schob. Ich pfiff aus dem letzten Loch und begab mich auf eindringlichen Rat dieses Arztes in ein Krankenhaus, damit man mich dort sofort an einen Tropf mit Antibiotika „hängen“ konnte. Und nun begann für mich das Unfassbare!!!
Ich hatte davon gehört, dass es mittlerweile eine Zweiklassengesellschaft unter den Patienten gibt, die Privatpatienten und die Kassenpatienten. Ihr irrt euch!!! Es gibt die dritte Klasse, den Abschaum die Raucher.
In der Notaufnahme interessierte niemanden wie schlecht es mir ging. Mir wurde erzählt, was für ein schlechter Mensch ich bin, welche meiner Krankheiten durch das Rauchen entstanden sind, das ich auch als Pflegefall mich selbst an-und ausziehen kann usw.. Erst als ich drohte zu gehen, wurde dieses Gesülze beendet.
Auf Station dieser religiösen Einrichtung kamm dann der absolute Hammer. Ich böse Raucherin habe kein Asthma sondern COPD. Eine Krankheit die nur Raucher bekommen. So stand es auf meinem Einweisungsschein, Punkt. Als wurde ich ins Bett gelegt, musste inhalieren und das war es. Ich erfuhr noch von meinen guten Blutwerten, das ich keine Lungenentzündung habe….. und das war es.
Gegen 22.00 Uhr merkte ich dann, das ein derber Asthmaanfall im Anmarsch war, dachte ich…. Treu und brav klingelte ich voller Vertrauen nach der Schwester und bekam dann den nächsten Schock. Ich wäre Lungenkrank vom Rauchen, hätte inhaliert, fertig. Zum ersten Mal in 30 Jahren als Asthmatiker bekam ich etwas Angst. Also begann ich etwas lauter und rebellisch zu werden bis man eine Ärztin holte. Erst als ich dieser drohte das KH zu verlassen, einen Notarzt zu alarmieren, wurde mir geholfen. Allerdings auch dann erst, als ich der Ärztin verraten hatte, wieviel Cortison mir üblicherweise gespritzt wurde.
Von diesem Moment an habe ich bis Sonntag keinen Arzt mehr zu sehen bekommen. Inhalationen wurden mir nur widerwillig und sporadisch verabreicht, sämtliche Medikamente laufend geändert, usw..
Entschuldigt, mein Beitrag wird zu lang und wohl auch zu langweilig, aber ich muss… ich kann nicht anders.
Lange Rede, kurzer Sinn-ich verließ heute dieses Krankenhaus (nach harter Diskussion mit eben dieser Ärztin) um meinen Hausarzt zur Rede zu stellen. Dort verlor ich total den Glauben. Der arme Mann ist gut, scheinbar richtig gut. Er hat diese Diagnose aus einem Patientenbrief von meinem Diabetologen. Ausgerechnet dieser hatte bis heute mein absolutes Vetrauen. Wie kommt dieser Mann nun zu dieser Diagnose?
Jedenfalls hat mein neuer Hausarzt sofort in meinem Beisein am Telefon diese Ärztin zur Rede gestellt und kam zu dem Ergebnis, dass es richtig war, das Krankenhaus zu verlassen.
Ich muss jetzt aufhören, denn ich bin total erledigt. Ich habe noch nette Details, die ich vielleicht morgen folgen lasse. Ich habe nicht viel Zeit, denn ich habe beschlossen in den Krieg zu ziehen. Vielleicht kann ich 1 oder 2 Patienten dieses Schicksal ersparen.


Die Tage danach

Ich habe die Nacht vom Donnerstag zum Freitag so was von tief und fest geschlafen, wäre eine Bombe neben mir eingeschlagen, ich hätte es nicht bemerkt. Da behauptet doch Opossum ich soll furchtbar laut geschnarcht haben. Iiiiich, ich doch nicht. Ich schnarche doch nicht, das hätte ich doch wohl mal gehört. Eine bodenlose Frechheit-solche Behauptungen aufzustellen.
Den Freitag habe ich dann einen auf  lau gemacht. Kein Stress, nur rumgammeln pur. Als Paula mich darauf aufmerksam machte, dass wir bald Ostern haben, brach ich zwar für einen Moment in Panik aus, aber tatsächlich nur für einen klitzekleinen Moment.
Irgendwie fühlte ich mich, fühle ich mich jetzt noch, als wenn ein Felsbrocken von meiner Seele gefallen ist.
Plötzlich nehme ich das herrliche Wetter wahr, sehe das zarte Grün der Bäume, die leuchtenden Farben der Blumen, höre Vögel zwitschern, geniesse den Tag, selbst die Alpträume werden weniger (die Stil-und Grammatikfehler allerdings nicht). Ich freue mich sogar auf das Schreiben der Osterkarten. Ich und gerne Karten oder Briefe schreiben?*grübel* Ich glaube, ich werde ernsthaft krank.*g*
Heute lief der Tag fast genauso ab, allerdings waren wir am Grab meines Bruders. Lacht nicht, aber ich hatte das Bedürfnis ein letztes Mal mit ihm eine Zigarette zu rauchen. Natürlich haben wir in die Blumen von uns Zigaretten stecken lassen, Opossum hat eine Schachtel plus einiger anderen Sachen zusätzlich ins Grab gelegt. Was so ein echter Raucher ist, der braucht auch da seinen Tabak.
Lange Rede, kurzer Sinn…, ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Bestimmt werde ich Rückschläge erleben, aber auch die werde ich meistern.

Ich wünsche euch einen geruhsamen Sonntag. Passt gut auf euch auf, denn…

                                 Ich liebe euch doch alle!


Und dann war da noch…

…. ein überraschender Anruf von einer sehr lieben Bloggerin, über den ich mich riesig gefreut habe. Vor lauter Begeisterung habe ich, wie kann es anders sein, geredet wie ein Wasserfall.
Danke, dass du dir für mich Zeit genommen hast. Ein öder Montag nahm durch dich ein schönes Ende.

Als ich dann irgendwann am Abend auf irgendeinem Sender mit voll aufgedrehter Lautstärke mir die Nachrichten ansah, da konnte ich mich dann nochmal aufregen.
Um das Staatssäckle zu füllen werden die Zigaretten wieder mal teurer. Über 13 Milliarden Euro hat der Staat durch die Raucher eingenommen. Ich bin natürlich maßgeblich an dieser Summe beteiligt.
Jeder kann nun von uns Rauchern halten was er will, aber irgendwas haut in unserem Staate nicht hin. Auf der einen Seite wird das Rauchen verteufelt, auf der anderen Seite kassiert der Staat wie so oft fleißig ab. Wenn ich es richtig gehört und verstanden habe, soll das Geld zur Entlastung für die Wirtschaft bei der Ökosteuer helfen. Muß das sein?
Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, ob rauchen schädlich ist oder nicht. Nur warum werden die Steuern nicht an die Krankenkassen weitergegeben? Warum wird das Geld nicht zur Prävention oder Rauchentwöhnung genutzt?
Da werden die Raucher teilweise wie Menschen 2. Klasse behandelt, das Geld nimmt der Staat aber ohne mit der Wimper zu zucken.
Wie heißt es so schön-„Geld stinkt nicht“. Bei einigen scheint der Geruchssinn stark gelitten zu haben, oder sollten wir es mit heimlichen Rauchern zutun haben? 😉

                          „Ich liebe euch doch alle“.


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