Schlagwort-Archive: Leben

Ich lebe noch

Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Musste ich doch mein Leben total neu gestalten.
Noch immer kann ich nicht begreifen, dass mein geliebter Willi nicht mehr lebt. Geblieben sind de Trauer, die Erinnerungen und das Grab.
Viel musste ich neu lernen, vieles lernen aleine zu schaffen. Jeden Tag treten neue Probleme auf, die zu bewältigen sind. Kaum habe ich das eine gelöst, schwups, kommt schon das Nächste.
Vor drei Wochen bekam ich dann die nächste Scheiß-Nachricht. Ich habe wieder einen Tumor in der Blase. Nun musste auch noch zum 2. Mal die OP verschoben werden, weil ich einen hartnäckigen grippalen Infekt habe. Ich schwöre euch, ich habe diesmal nicht bei der Vergabe von Krankheiten hier geschrien.
Und dann bin ich auch noch innerhalb von ein paar Wochen gestürzt. Würde mein Töchterchen nicht mit im Haus wohnen, ich hätte keine Hilfe beim Aufstehen gehabt. Meinen kaputten Knochen passte das natürlich überhaupt nicht und sie meinten, ich müsste noch mehr Schmerzen haben.
Nun aber das Positive….
Vom Pflegedienst kommt zweimal die Woche eine Haushaltskraft. Sie könnte zwar vom Alter her meine Tochter sein, sie hat mir allerdings über alle Maßen geholfen. Mittlerweile besteht zwischen uns eine große Sympathie. Das mein Töchterchen und Familie mir helfen wo sie können, muss ich wohl nicht erwähnen.
Und dann wäre da noch die neue Bekanntschaft. Wir treffen uns immer auf dem Friedhof. Ihr Mann liegt in dem Grab neben dem meines Willis. Wiir trauern gemeinsam und trösten uns gegenseitig.

Ich wünsche euch einen schönen Tag und passt gut auf euch auf.


Hoffentlich wissen sie was sie tun

Ich warte immer noch auf meinen OP-Termin. Nun soll erst festgestellt werden, warum ich fast ständig erkältet bin. Ich habe eine logische Erklärung. Mit einer 7jährigen Schülerin im Haus, die laufend mit einer Erkältung rumläuft, meinerseits mit Krankheiten wie Asthma, COPD, chronischer Bronchitis usw „beglückt“, brauche ich nicht lange nachzudenken. Mein HNO-Arzt hat jetzt die Nase von dem ewigen Hin und Her voll, hat die Sache jetzt in die Hand genommen. Was nutzt sein guter Wille, wenn ich auf CT, MRT und und… monatelang warten muss.
Hinzu kommen mittlerweile Probleme mit Darm, Magen und Augen. Nicht das ihr denkt die anderen Organe geben Ruhe. Nein, sie geben alle ihr Bestes mir das Leben schwer zu machen. Bei der enormen Wasseransammlung in meinem Körper überlege ich zum Beispiel, ob ich nicht ein eigenes Wasserwerk eröffne. Wir könnten einiges an Geld sparen.
Selbst mein neues Laptop reiht sich in die Reihe der Widerspenstigen ein. Immer öfter macht es Probleme. Kurz gesagt, es klappt nichts außer den Türen.
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag. Passt gut auf euch auf, denn „Ich liebe euch doch alle“ (Das musste mal wieder sein).


Im Leine-Center einkaufen, der Horror nimmt nicht nur für Behinderte kein Ende

Gestern gab mein Göga sich nun einen Ruck und fuhr mit mir, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen, ins Leine-Center Laatzen. Ich habe mich gefreut wie Bolle, wußte ich doch nicht was auf uns zukam.
Als wir auf dem Parkplatz ankamen, waren wir über die vielen Behinderten-Parkplätze angenehm überrascht. Natürlich parkten dort wie immer Autos von Leuten die ganz offensichtlich nicht behindert waren. Von der T.r.o Bank parkte ein Firmenwagen auf einem dieser Parkplätze. Ist ja auch bequem, aus dem Wagen springen und quasi in die Bank fallen. Das sich Stunden später allerdings der Fahrer eines Behindertentransporters von diesen Bänkern unfreundliche Worte anhören musste, weil er Anspruch auf diesen Platz erhob, finde ich schon hammerhart. Unfassbar, dass die Menschen wie in vielen Dingen kein Unrechtsbewußtsein mehr haben.
Das die Türen am Haupteingang sich nicht automatisch öffnen, wen interessiert das schon, außer uns Behinderte und nicht zu vergessen, die Mütter mit Kinderwagen oder -karren, Rentner und Kinder. Fällt euch was auf, alles Randgruppen. Mütter und Kinder kann ich beruhigt in diesem Zusammenhang erwähnen.
Dann kam der nächste Schock… Die meisten Geschäfte sind für Menschen wie mich wie eine Tür mit einem dicken Schloss. In viele kommt man mit Rollstuhl nicht rein und die meisten anderen haben zu enge Gänge oder sind derartig mit Ware zugestellt, dass kein Durchkommen möglich ist. Wie oft Göga Umwege machen oder Gegenstände zur Seite schieben musste, ich kann und will es nicht mehr zählen.
Hinzu kommen die entsetzten, geschockten, angewiderten und entnervten Blicke mancher Verkäuferinnen und Mitbürger.
Als ich bei der Parfümerie Do.g.as einen Gutschein einlösen wollte, fühlte ich mich wie eine Aussätzige. Mit Erfolg wurden wir davon abgehalten in die Nähe der Regale zu kommen. Dachten die Angestellten ich würde die Ware aus den Regalen reißen, die Kunden belästigen, vielleicht sogar mit einer ominösen Krankheit anstecken oder anfangen zu randalieren? Ich weiß es nicht, ehrlich gesagt finde ich es auch unwichtig… Diesen Laden werde ich nicht mehr betreten. Bei Rossmann und DM wird man netter bedient.
Wäre Opossum nicht gewesen, ich hätte oft lauthals gemosert. Wir sollten viel mehr und viel lautstarker unser Recht einfordern. Wir müssen uns wehren, denn auch als Behinderte haben wir einen Anspruch auf höfliche Behandlung.
Natürlich möchte ich nicht die zuvorkommenden Verkäuferinnen sowie die netten und hilfsbereiten Menschen unerwähnt lassen. Sie verschönern einem das Leben.


Der Schock sitzt tief..

Bis heute habe ich mich noch nicht von dem Besuch bei der Pneumologin in Hildesheim erholt.  Noch nie in meinem nun fast 60jährigen Leben bin ich so beleidigt worden. Noch nie fühlte ich mich so erniedrigt, aber auch so hilflos und einsam. Noch nie wurde ich in meinen Grundfesten derartig erschüttert!!!!!
Auch heute bin ich noch nicht in der Lage über dieses Gespräch vollständig zu berichten, geschweige denn eine Beschwerde bei der Ärztekammer einzureichen, selbst Opossum und Paula kennen den vollständigen Inhalt nicht.
Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Wochenanfang und passt gut auf euch auf.


Und schon bin ich wieder da!

Montag rein in’s Krankenhaus, heute raus aus dem Krankenhaus. Irgendwie muss ich in einem meiner früheren Leben ein schlechter Mensch gewesen sein. Überlegt euch gut, was ihr jetzt dazu kommentiert….. 😉
Letzte Woche bemerkte ich bereits, wie es mit mir rapide abwärts ging. Warum, weshalb, keine Ahnung. Zum Arzt brauchte ich nicht gehen, der hätte wahrscheinlich verzweifelt mit den Schultern gezuckt und hätte mich wieder nachg Hause geschickt. Was soll der arme Kerl auch mit so einer Patientin noch anfangen? :mrgreen:
Also hieß es warten, Tee trinken und abwarten. Von Freitag bis Sonntag waren unsere Freunde aus E. da. Ich hatte immer öfter das Gefühl, ich breche auf dem Sofa sitzend zusammen. Bereits am Freitag verkündete ich G. hinter vorgehaltener Hand, ich würde wohl bald wieder im Krankenhaus landen. Ich wurde immer schwächer, meine Laune geriet total aus der Kontrolle, ich hätte vor lauter Wut und Frust, wenn es möglich gewesen wäre, mir selbst in meinen Allerwertesten treten können.
Lange Rede kurzer Sinn, bereits am Sonntag litt ich unter extremer Atemnot, die Nase triefte und die Augen tränten. Abends nahm ich Antibiotika, schluckte zusätzlich eine Portion Kortison, inhalierte, um dann mein Sauerstoffgerät anzuschmeißen. Nichts half, ich rasselte und fiepte wie eine alte Dampflok.
Natürlich hatte mein Arzt ab Montag wegen einem Seminar für die ganze Woche die Praxis geschlossen. Was egal war, denn er hätte mich eh in die Klinik überwiesen. Im Krankenhaus waren sie derartig von meinem Besuch begeistert, dass ich genötigt wurde dazubleiben.
Fazit: Nette Ärzte, supernettes Personal, liebe Bettnachbarinnen und Scheißdiagnosen. Ab sofort muss ich 12 bis 16 Stunden am Tag am Sauerstoffgerät hängen. Ich wurde nur entlassen, weil dringend Betten gebraucht werden, mir aber nicht weiter geholfen werden konnte und keine Lebensgefahr bestand.
Jetzt sitze ich hier dumm in der Gegend rum, schreibe dummes Zeug um die Zeit totzuschlagen und euch zu informieren.
Ich wünsche einen schönen Abend und passt gut auf euch auf!!!


%d Bloggern gefällt das: