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Kinderreime aus meiner Kindheit

Heinrich Seidel (1842-1906)

Das Huhn und der Karpfen

Auf einer Meierei
Da war einmal ein braves Huhn,
Das legte, wie die Hühner tun,
An jedem Tag ein Ei
Und kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als ob’s ein Wunder sei.
Es war ein Teich dabei,
Darin ein braver Karpfen saß
und stillvergnügt sein Futter fraß,
Der hörte das Geschrei:
Wie’s kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als ob’s ein Wunder sei.
Da sprach der Karpfen: „Ei!
Alljährlich leg‘ ich ´ne Million
Und rühm‘ mich dess‘ mit keinem Ton;
Wenn ich um jedes Ei
So kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte –
Was gäb’s für ein Geschrei.

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Auf dem Berge Sinai, wohnt der Meister Kikeri.
Seine Frau, die alte Lerche,
sitzt verdrießlich in der Kerche.
Lässt ’nen Furz drei Meter lang,
kommt der Pfarrer angesprungen.
„Frauchen sie ham falsch gesungen“.
„Nee Herr Pfarrer nehm’s nicht übel
hab gefressen braune Zwiebel“.

Diese beiden Reime wurden uns mit mehreren anderen abends oft von unserem ansonsten sehr strengen und spießigen Vater erzählt. Mein Vater, geboren 1908, kannte sie bereits aus seiner Kindheit.

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Ich will dir was erzählen
von der Muhme Rählen
Diese Muhme hatte einen Garten
und das war ein Wundergarten
In dem Garten stand ein Baum
und das war ein Wunderbaum
Auf dem Baum da waren Äste
und das waren Wunderäste
an den Ästen waren Zweige
und das waren Wunderzweige
an den Zweigen waren Blätter
und das waren Wunderblätter
An den Blättern war ein Nest
und das war ein Wundernest
In dem Neste lagen Eier
und das waren Wundereier
aus den Eiern kamen Vögel
und das waren Wundervögel
Diese Vögel hatten Federn
und das waren Wunderfedern
aus den Federn ward ein Bettchen
und das war ein Wunderbettchen
vor dem Bettchen stand ein Tischchen
und das war ein Wundertischchen
auf dem Tischchen lag ein Buch
und das war ein Wunderbuch
In dem Buche stand geschrieben
„Du sollst deine Eltern lieben!“

Ein Reim, der meiner Tochter von meiner Großmutter erzählt wurde. Ich kann mich leider nicht erinnern, ob ich ihn bereits aus meiner Kindheit kannte.
Wenn Muckelchen bei uns schläft, muss ich ihr diese Reime, wenn vielleicht auch in etwas abgeänderter oder gekürzter Form, abends vor dem einschlafen, erzählen.


Immer wieder sonntags

…… kommt nicht die Erinnerung sondern die Langeweile. Damit ihr es nicht vergeßt, ich mochte den Sonntag noch nie. Was für ein öder Tag. Als Kind wurden wir früher in unser Sonntagsausgehkleid gesteckt, bekamen weiße Kniestrümpfe oder Söckchen an und durften uns bei Androhung härtester Strafen nicht schmutzig machen. Wie öde, wie langweilig. *gähn* Ich kann mich kaum an meine Kindheit erinnern(erwähne ich nur zu eurer Erinnerung), das weiß ich allerdings noch. Der Horror war, wenn es auf den Friedhof ging, meine Größmutter väterlicherseits besuchen. Mein strenger Vater war dann noch strenger als streng. Wir durften nicht laufen, nicht springen, nicht pfeifen oder singen, erst recht nicht lachen. Das macht man doch nicht… Warum? Ich weiß es nicht mehr. Es gehörte sich einfach nicht. Punkt aus, Ende der Durchsage. Wie beneideten wir unsere Mutter, sie blieb regelmäßig zu Hause. Das Essen mußte schließlich pünktlich auf dem Tisch stehen. Am schlimmsten war es immer am 1. Weihnachtstag. Alle anderen Kinder spielten selig mit ihrem neuen Spielzeug, nur wir mußten bei Wind und Wetter vormittags auf den Friedhof. Nicht das ihr nun denkt, er war um die Ecke. Selbstverständlich mußten wir mit der Bahn quer durch Hannover fahren. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Als Jugendliche mußte ich früh zuhause sein, weil ich am nächsten Tag zur Schule mußte, später dann, weil ja am Montag wieder die Arbeit anfing. Wie ätzend… *grummel* Keiner hatte Sonntags, wohl in Erwartung auf den Montag, Lust etwas zu unternehmen. Und heute… !? Hat kein Arzt seine Praxis auf, weil sie sich erholen wollen. Bodenlose Frechheit *lach*. Und wer denkt an mich? Ein Tag an dem ich keine Ärzte und ihr Personal ärgern kann. *g*
Warum habe ich euch das jetzt alles erzählt? Egal, „Lange Rede, kurzer Sinn“, ich könnte auf den Sonntag gut verzichten.

Ich wünsche euch einen schönen Montag und passt gut auf euch auf.


Und es geht munter so weiter…..

Das mein Gesundheitszustand sich nicht mehr verbessern sondern verschlechtern würde…. OK, wenn ich ehrlich bin, wenn ich es auch nicht wahrhaben wollte, so habe ich es gewußt. Das Leben ist nun mal kein Ponyhof… Pech gehabt.
Das die Schmerzen ständig schlimmer werden würden, ich hab es gewußt… Selbst schuld, warum musste ich so oft „Hier“ schreien.
Das meine Aktivitäten auf ein Minimum zurückgeschraubt sind… Anderen Kranken geht es noch viel schlimmer… Auch wenn ich murre, nörgele und ab und zu meine Familie nerve… Warum haben sie mich als Tochter, Ehefrau, Mutter, Schwiegermonster oder Großmutter ausgesucht… 🙂
Krankheiten fordern ihr Tribut, fast jeder weiß das, wenn ich nicht wer dann!?
Sicherlich flirte ich gerne mit dem männlichen Pflegepersonal im Krankenhaus.. Nur so toll sehen sie dann doch nicht aus und wer mag schon andauernd das Gleiche Gericht. Ich jedenfalls nicht.
Lange Rede, kurzer Sinn-schon wieder droht mir ein Aufenthalt im Krankenhaus, allerdings nicht nur für ein paar Tage.
Ich gebe mein Bestes um das zu verhindern, ob das reicht kann ich jetzt noch nicht beurteilen.
Ich wünsche allen denen es aus irgendeinem Grund schlecht geht „Alles Gute“ „Gute Besserung“ „Haltet die Ohren steif“ und lasst euch nicht „unterkriegen“.
Passt alle gut auf euch auf und… 

                                    Ich liebe euch doch alle!!!


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