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Ich lebe noch

Lange habe ich hier nichts mehr geschrieben. Musste ich doch mein Leben total neu gestalten.
Noch immer kann ich nicht begreifen, dass mein geliebter Willi nicht mehr lebt. Geblieben sind de Trauer, die Erinnerungen und das Grab.
Viel musste ich neu lernen, vieles lernen aleine zu schaffen. Jeden Tag treten neue Probleme auf, die zu bewältigen sind. Kaum habe ich das eine gelöst, schwups, kommt schon das Nächste.
Vor drei Wochen bekam ich dann die nächste Scheiß-Nachricht. Ich habe wieder einen Tumor in der Blase. Nun musste auch noch zum 2. Mal die OP verschoben werden, weil ich einen hartnäckigen grippalen Infekt habe. Ich schwöre euch, ich habe diesmal nicht bei der Vergabe von Krankheiten hier geschrien.
Und dann bin ich auch noch innerhalb von ein paar Wochen gestürzt. Würde mein Töchterchen nicht mit im Haus wohnen, ich hätte keine Hilfe beim Aufstehen gehabt. Meinen kaputten Knochen passte das natürlich überhaupt nicht und sie meinten, ich müsste noch mehr Schmerzen haben.
Nun aber das Positive….
Vom Pflegedienst kommt zweimal die Woche eine Haushaltskraft. Sie könnte zwar vom Alter her meine Tochter sein, sie hat mir allerdings über alle Maßen geholfen. Mittlerweile besteht zwischen uns eine große Sympathie. Das mein Töchterchen und Familie mir helfen wo sie können, muss ich wohl nicht erwähnen.
Und dann wäre da noch die neue Bekanntschaft. Wir treffen uns immer auf dem Friedhof. Ihr Mann liegt in dem Grab neben dem meines Willis. Wiir trauern gemeinsam und trösten uns gegenseitig.

Ich wünsche euch einen schönen Tag und passt gut auf euch auf.


Die Adventszeit rast in Riesenschritten an mir vorbei.

Das Leben ohne meinen geliebten Mann fällt mir unendlich schwer. War er doch immer für mich da, hat sich um alles gekümmert und hat alle Probleme und Aufregungen des Alltags von mir fern gehalten.
Plötzlich muss ich mich um vieles selbst kümmern, auch wenn meine Tochter mit Mann und einige Freunde und Bekannte helfen, wo sie können.
Wo andere zum lernen und auseinander setzen Jahre Zeit haben, stürmt auf mich alles in kürzester Zeit ein.
Da meldet sich plötzlich ein Anwalt, um für einen weiteren Erben das Recht einzufordern. Die Garage, in der von meiner Mutter Sachen gelagert werden, muss an diesem Wochenende geleert werden, meine Pension und die Renten mussten neu geregelt werden, und und und… Der Gasanbieter will ohne Abrechnung eine hohe Summe Nachzahlung haben und reagiert nur mit Drohungen.
Mittlerweile habe ich auch den Hausarzt gewechselt und wir müssen immer noch an die Ärztekammer schreiben.
Zu allem Übel gab unser Auto auch noch den Geist auf, so dass Paula und Göga jetzt auch noch ein Auto suchen müssen. Man gönnt sich ja sonst nix…
Ich versuche mich mit Hilfe voon Familie und Haushaltshilfe durchs Leben zu quälen. Letztendlich bleibt mir nur der Besuch meines Willis am Grab und Gespräche mit seinem Foto. Eins ist gewiss, das Leben ohne W. ist, seid mir nicht böse, wenn ich es so hart ausdrücke, beschissen. Über 47 gemeinsame Jahre dieser schnelle und furchtbare Abschied sind nicht so leicht zu verarbeiten.
Um endlich zum Thema zu kommen, die Adventszeit rast nur so an mir vorbei. Mit Entsetzen habe ich festgestellt, Weihnachten kommt wie jedes Jahr völlig überraschend. Dank dem Internet konnte ich sogar für die Kinder Geschenke bestellen.

Ich wünsche euch noch eine besinnliche Adventszeit und passt gut auf euch auf.


Pause

Ich lege eine Pause ein. Wie lange, ich weiß es nicht. Immer öfter fehlen mir die Lust, vor allem die Kraft und auch die Ideen.
Da möchte ich endlich auf Skryptorias Grab einen letzten Gruß legen, der lieben Ingrid ein seit langem versprochenes Päckchen schicken, endlich seit langem fällige Mails schreiben und was passiert? Außer einem schlechten Gewissen passiert nichts. Ich bin wie gelähmt, kann keine klaren Gedanken fassen, denn meine dämlichen Schmerzen und die aufdringlichen Krankheiten schwächen mich irgendwie. Und immer nur darüber schreiben macht auf Dauer auch nicht richtig Spaß. Also ziehe ich mich für unbekannte Zeit zurück.
Ich wünsche euch alles Gute und passt gut auf euch auf.


Die Tage danach

Ich habe die Nacht vom Donnerstag zum Freitag so was von tief und fest geschlafen, wäre eine Bombe neben mir eingeschlagen, ich hätte es nicht bemerkt. Da behauptet doch Opossum ich soll furchtbar laut geschnarcht haben. Iiiiich, ich doch nicht. Ich schnarche doch nicht, das hätte ich doch wohl mal gehört. Eine bodenlose Frechheit-solche Behauptungen aufzustellen.
Den Freitag habe ich dann einen auf  lau gemacht. Kein Stress, nur rumgammeln pur. Als Paula mich darauf aufmerksam machte, dass wir bald Ostern haben, brach ich zwar für einen Moment in Panik aus, aber tatsächlich nur für einen klitzekleinen Moment.
Irgendwie fühlte ich mich, fühle ich mich jetzt noch, als wenn ein Felsbrocken von meiner Seele gefallen ist.
Plötzlich nehme ich das herrliche Wetter wahr, sehe das zarte Grün der Bäume, die leuchtenden Farben der Blumen, höre Vögel zwitschern, geniesse den Tag, selbst die Alpträume werden weniger (die Stil-und Grammatikfehler allerdings nicht). Ich freue mich sogar auf das Schreiben der Osterkarten. Ich und gerne Karten oder Briefe schreiben?*grübel* Ich glaube, ich werde ernsthaft krank.*g*
Heute lief der Tag fast genauso ab, allerdings waren wir am Grab meines Bruders. Lacht nicht, aber ich hatte das Bedürfnis ein letztes Mal mit ihm eine Zigarette zu rauchen. Natürlich haben wir in die Blumen von uns Zigaretten stecken lassen, Opossum hat eine Schachtel plus einiger anderen Sachen zusätzlich ins Grab gelegt. Was so ein echter Raucher ist, der braucht auch da seinen Tabak.
Lange Rede, kurzer Sinn…, ich sehe Licht am Ende des Tunnels. Bestimmt werde ich Rückschläge erleben, aber auch die werde ich meistern.

Ich wünsche euch einen geruhsamen Sonntag. Passt gut auf euch auf, denn…

                                 Ich liebe euch doch alle!


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